|
|
Jahresbericht 1997
|
Kirchenpflege |
Jahresbericht der Kirchenpflege für 1997
Der Mensch, von der Frau geboren, ist kurzen Lebens und voller Unruhe, Hiob 14.1
Im dritten aufeinanderfolgenden Jahr war es unserer Kirchgemeinde vergönnt, den Amtsantritt eines Pfarrers zu feiern - für unsere rund 6'000 Angehörige zählende Gemeinde eine nicht alltägliche Abfolge von Ereignissen. Am 14. September 1997 wurde Pfarrer Stephan Landis mit einem Festgottesdienst in sein Amt als Pfarrer für den Gemeindeteil Zollikon Dorf eingesetzt. Seiner Antrittspredigt lag der erste Vers des 14. Kapitels aus dem Buch Hiob zugrunde. Der ausgewählte Satz ist es wert, seinen Inhalt noch einmal kurz zu streifen. Pfarrer Landis benutzte den Text, um uns an der Person von Hiob den unsteten rastlosen Menschen unserer Zeit und auch den Menschen als fragendes und suchendes Individuum mitten auf dem Lebensweg vor Augen zu führen. So spiegelt das vermeintlich Alte Testament hochaktuelle Probleme unserer Zeit. Der Mensch bleibt aber nicht allein in seiner Situation, denn der Gott der Bibel wird leidenschaftlich ergriffen von Hiobs Problemen und von seiner Unruhe. Er nimmt sie in sich hinein und später macht er in Jesus Christus die Fragen unseres Lebens zu seinen eigenen. Damit sind die Probleme, die uns umtreiben, nicht gelöst, die Fragen noch nicht beantwortet. Aber wir wissen uns in Gottes Hand.
Unsere Zeit ist geprägt von enormen technischen und wissenschaftlichem Fortschritt, dessen Verständnis uns gelegentlich zu entgleiten scheint. So neigen wir dazu, vieles Wichtige zur Behandlung und zur Beantwortung an Experten zu delegieren. Oft erwarten wir, dass uns auf diese Weise früher oder später alle Fragen beantwortet werden. Demgegenüber möchte der Text wohl auch zur Diskussion stellen, ob wir als Christen uns die Freiheit nehmen können, ungelöste Fragen offen zu halten, zu ertragen, mit ihnen zu leben. Wenn wir uns in dieser Freiheit gegenseitig stützen und einer für des andern Fragen offen bleibt, so lebt damit ein Stück christlicher Gemeinde mitten unter uns - eine Erkenntnis, die auch für unsere Kirchgemeinde aktuell ist.
Herr Pfarrer Landis wohnt mit seiner Partnerin bereits seit Oktober letzten Jahres in Zollikon und hat sich gut eingelebt. Seine Predigten, seine diskrete seelsorgerische Tätigkeit und sein Unterricht werden sehr geschätzt. Wir freuen uns über den gelungenen Start und danken ihm für die gute Arbeit.
Im Frühjahr 1998 endet die Amtsperiode der Kirchenpflege. Zwei markante Mitglieder, Hans-Rudolf Brunner und Dr. Peter Neuenschwander, sind leider zurückgetreten, die übrigen neun haben sich erfreulicherweise zur Mitarbeit für eine weitere Amtsperiode entschieden.
Hans-Rudolf Brunner hat während 16 Jahren als umsichtiger und verantwortungsbewusster Gutsverwalter gewirkt. Es war ihm jederzeit wohl bewusst - und er hat es uns immer wieder spüren lassen - dass es gilt, mit den uns anvertrauten finanziellen Mitteln sorgfältig umzugehen. Unsere Rechnung war während dieser Zeit verschiedenen Schwankungen unterworfen. Nach anfänglich positiven Abschlüssen mussten wir auch Rückschläge verbuchen, die aber kaum beeinflussbar waren, weil sie einen Spiegel der allgemeinen konjunkturellen Situation darstellen. Insgesamt ist es ihm aber ausgezeichnet gelungen, unsere Werte zusammen zu halten, so dass er seinem Nachfolger eine gesunde finanzielle Situation der Kirchgemeinde hinterlässt.
Dr. Peter Neuenschwander war während 12 Jahren Liegenschaftenverwalter für Zollikon-Dorf. Er hat in dieser Zeit die Verantwortung für den Unterhalt der Gebäude, für die Tätigkeit unseres Hauspersonals und für alle baulichen Massnahmen mit Nachdruck wahrgenommen. Besonders hervorzuheben sind die beiden grossen Bauvorhaben, die er tatkräftig und zielstrebig realisierte, den Neubau des Mehrfamilienhauses an der Höhestrasse sowie den Umbau und die stilgerechte Renovation des Sigristenhauses an der alten Landstrasse.
Beiden scheidenden Kollegen danken wir an dieser Stelle sehr herzlich für ihren grossen Einsatz, für ihre äusserst kollegiale Mitarbeit in der Behörde, die uns allen immer wieder viel Freude bereitet hat.
Die Jahresrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 400'000 Franken ab, was einigen Erläuterungen bedarf. Es wurde verschiedene Male darauf hingewiesen, dass 1996 auf Geheiss der Direktion des Innern des Kantons Zürich die Werte des Grundeigentums der öffentlichen Körperschaften, so auch der Kirchgemeinden, überprüft und allenfalls korrigiert werden mussten. Die Kirchenpflege hatte in Absprache mit der Rechnungsprüfungskommission vorgesehen, diese Bewertungskorrektur über Abschreibungen im Rahmen des Budgets beziehungsweise der Rechnung 1997 vorzunehmen. Auf Anordnung der kantonalen Verwaltung musste diese Transaktion jedoch bereits auf Ende des Rechnungsjahres 1996 mit einer Bilanzkorrektur ausgeführt werden. Aufgrund dieser Ausgangslage hätte für das Jahr 1997 statt eines Verlustes wenigstens eine ausgeglichene Rechnung erwartet werden können. Der erfreuliche Überschuss von rund 400'000 Franken ergibt sich aus vier Gründen- (a) Die Personalausgaben sind tiefer als vorgesehen, weil die budgetierte Stelle des Jugendarbeiters noch nicht besetzt werden konnte. (b) Die Sachausgaben konnten durch eine haushälterische Ausgabenpolitik unter dem Budget gehalten werden. (c) Die Abschreibungen belaufen sich aufgrund der obigen Ausführungen lediglich auf rund 72'000 Franken. (d) Die Steuereinnahmen entwickelten sich höher als budgetiert. Die Kirchenpflege freut sich über dieses positive Ergebnis, denn damit können die in den Jahren 1994 und 1995 erlittenen Rückschläge sowie die Wertkorrekturen von 1996, die alle mit einem Rückgang des Eigenkapitals verbunden sind, zumindest teilweise kompensiert werden. Wir danken dem Gutsverwalter für die ausgezeichnete Rechnungsführung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr diszipliniertes Verhalten bezüglich der Sachausgaben.
Am 14. Juli 1997 hatte Frau Barbara Rudolf ihre Tätigkeit als Gemeindehelferin im Gemeindeteil Zollikerberg aufgenommen. Ihre Arbeit brachte zunächst verschiedene interessante neue Impulse. Nach einigen Monaten zeigte sich leider, dass bezüglich des Berufsverständnisses der Gemeindehelferin sehr unterschiedliche Meinungen vorhanden waren. Nach verschiedenen Versuchen und intensiven Bemühungen der Verständigung, entschloss sich die Kirchenpflege, das Arbeitsverhältnis wieder aufzulösen. Wir hoffen, dass Frau Rudolf Ihre Fähigkeiten an einem andern Ort einbringen kann. Die Behörde hat in dieser Angelegenheit ihre Führungsverantwortung wahrgenommen, für die nicht alle Angehörigen der Kirchgemeinde Verständnis aufbrachten. Die Kirchenpflege ist jedoch überzeugt, dass im Interesse der Gemeinde die richtigen Lösungen gefunden werden konnten. Die Neubesetzung der Stelle erfolgt nach Möglichkeit in der ersten Hälfte 1998. Frau Charlotte Gantenbein, Mitglied der Kirchenpflege, hat sich ein weiteres Mal bereit erklärt, während vier Tagen pro Woche die Arbeiten des Gemeindedienstes bis zum Amtsantritt der Nachfolgerin zu überbrücken. Wir danken ihr bestens für diese erneute zusätzliche Unterstützung.
Im vergangenen Jahr hat sich die Kirchenpflege neben ihren laufenden Aufgaben ganz besonders mit der Weiterführung der Aktivitäten 'Gespräche mit der Kirchenpflege’ sowie mit dem Kirchenjubiläum 1999 befasst. Im Rahmen der Gesprächsrunden konnten 1997 drei Abende durchgeführt werden, und zwar mit den ortsansässigen Ärzten, Zahnärzten und Apothekern, mit der ganzen Gruppe der im sozialen Bereich tätigen Personen sowie mit den Juristen. Wiederum ergaben sich interessante, anregende und wertvolle Gespräche, die verschiedenste Probleme, Wünsche und Anregungen zu Tage brachten. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist erfreulicherweise mit jeder Veranstaltung etwas höher ausgefallen.
Die Arbeitsgruppe für das Kirchenjubiläum 1999 bereitet eine reiche Palette von Veranstaltungen und Aktionen vor. Im Vordergrund stehen: verschiedene festliche Gottesdienste (Eröffnung, Kirchentag Zollikon, Chilbi, Advent), ferner theologische Vorträge, Konzerte, Jubiläumsschrift, Sonderveranstaltungen in den verschiedenen kirchlichen Gruppierungen. Die Kirchenpflege hofft darüber hinaus, dass auch einige lokale Vereine ausgewählte eigene Veranstaltungen in den Rahmen des Gesamtthemas stellen werden. Der folgende Bericht des Mitarbeiterkonventes gibt einen Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten in unserer Kirchgemeinde. Die Kirchenpflege dankt Pfarrern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr engagiertes und effizientes Wirken. Es vermag in der Öffentlichkeit, besonders aber auch im Stillen, viel Freude zu bereiten. Viele positive Rückmeldungen von Gemeindegliedern unterstreichen dies. Auch kritische Äusserungen bleiben nicht aus. Auf beides sind wir angewiesen, über beides freuen wir uns, denn die Reformierte Kirche hat den Willen zur dauernden Veränderung, zum lebenslangen Lernen in ihrem Namen festgeschrieben. An diesem Prozess wollen wir alle zusammen - Angehörige der Kirchgemeinde, Pfarrer, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Behörde - festhalten, um im eingangs skizzierten Spannungsfeld der Unruhe und der offenen Fragen bestehen und leben zu können.
Dr. Heinrich Neukomm, Präsident
|
|
Mitarbeiterkonvent |
Jahresbericht des Mitarbeiterkonventes
Eltern-Kind Gottesdienste
Mir ghöred ali zäme und du, Gott, bisch bi eus und mir händ eus gärn.
Seit eineinhalb Jahren ertönt dieses Lied regelmässig im Chor unserer Dorfkirche. Ein kleines Heer von Kindern im Vorschulalter singt es jeweils zusammen mit den Eltern zu Beginn des Gottesdienstes für Gross und Klein. Programmatisch bringt das Kinderlied zur Sprache, was die ELKI-Feiern ermöglichen möchten. Die Kleinsten, die anlässlich der Taufe zwar in unserer Gemeinschaft willkommen geheissen werden, dann aber oft nur spärlich Berücksichtigung im Veranstaltungskalender finden, erhalten hier ihr eigenes, in Form und Inhalt dem Alter angepasstes Gefäss. Mir ghöred ali zäme - dieses Bekenntnis im Chor der Kirche zu feiern, das will der ELKI ermöglichen. Ob Susi, das stets auch anwesende roothaarige Puppenmädchen, in eine spannende Geschichte aus Afrika einführt, ob alle mit Susi und Hasenfranz auf eine Wanderung durch das Kirchenschiff aufbrechen, ob Gross und Klein im Kreis stehend Hand in Hand zum Schlusskanon "Friide wünsch i dir" anstimmen, oder zuletzt alle das obligate "Bhalti" (ein kleines Geschenk, welches an das ELKI-Thema erinnert) abholen dürfen, stets soll Kirche für Kleinkinder erlebbar werden, eine Erfahrung, die so hoffen wir - zu einem Fundament für eine lebensfrohe kirchliche Sozialisation beitragen kann. Der ELKI - nomen est omen - eröffnet aber auch Eltern einen frischen und niederschwelligen Zugang zur Kirche. Wer nach dem Konfirmandenunterricht selbst erst einmal Abstand gesucht hat, sieht sich als Vater oder Mutter durch Kinderfragen unvermittelt wieder mit der religiösen Dimension des Lebens konfrontiert. Mich als Pfarrer erfüllt es mit grosser Freude, zusammen mit dem Team, den Kindern und Eltern dieser Dimension nachzugehen und der Hoffnung auf Gott in einer Feier Ausdruck zu verleihen. Und, du Gott, bisch bi eus und mir händ eus gärn. Dies in der Gemeinschaft von Gross und Klein, im gemeinsamen Singen, Basteln, Tanzen und Lachen erahnen zu können, ist die grosse Chance des ELKI.
Pfarrer Simon Gebs
Konfirmandenunterricht
Es gibt wohl kaum einen Ort in unserer Gesellschaft, wo nochmals im letzten obligatorischen Schuljahr die Möglichkeit eines Zusammenkommens und einer Sozialisation von Heranwachsenden beiderlei Geschlechts, ungeachtet der jeweiligen Schultypen und beruflichen Ausrichtung, besteht wie im Konfirmandenunterricht. Natürlich steht dahinter das uralte, in der Menschheitsgeschichte tief verankerte Bewusstsein eines Überganges vom Jugend- zum Erwachsenenalter, welches in jeder Kultur seine entsprechende Ausformung findet. Dass die Kirche gleichsam die Verantwortung für dies urmenschliche Anliegen übernommen hat, macht Sinn. Geht es doch immer um Fragen des Menschseins im Spiegel unserer Herkunft innerhalb der jüdisch-christlich-abendländischen Kultur.
Der Pluralismus unserer Gesellschaft macht auch vor einer Konfirmandenklasse nicht halt. Die verschiedensten Fähigkeiten bezüglich Ausdrucksmöglichkeiten angesichts des Stoffes lassen eine Klasse alles andere als homogen werden. Hemmungen, seine Meinung in offener Runde kundzutun, ist bei vielen vorhanden. Kommt das ganze Spektrum der verschiedensten, oft nicht reflektierten Wertvorstellungen hinzu, welche den Unterricht mitprägen.
Auf Vorwissen kann je länger desto weniger gebaut werden. Dass es heutzutage Jugendliche gibt, die nicht wissen, warum Weihnachten gefeiert wird, ganz zu schweigen vom Fehlen anderer, früheren Generationen selbstverständlichen „Bildungsgütern", ist nichts Aussergewöhnliches. Ist Bildung das, was bleibt, wenn vergessen geht, was bloss angelernt wurde, wird das Verstehen von „Bildern" aus unserer abendländischen Tradition je länger desto mehr kein Allgemeingut mehr sein. Die Frage bleibt offen, ob es dies jemals war.
Gerade darum aber ist der Konfirmandenunterricht sinnvoll. Weil er im Wirrwarr der Lebensmöglichkeiten auch Sinn-Optionen aufweisen kann, die viel später einmal wertvoll sein können. Verstanden dies alles als Angebot.
Als Angebot sind denn auch die Fremderfahrungen zu verstehen, die als Lebensschicksale in Text, Film oder persönlichen Vorträgen zu den Jugendlichen sprechen. Wenn es den Konfirmandinnen und Konfirmanden gelingt, dadurch zur eigenen jetzigen und kommenden Erfahrungswelt neuen Zugang zu gewinnen, bin ich dankbar.
Die kommende Konfirmation wird meine zwanzigste sein. Die Faszination, eine Gruppe von Jugendlichen während eines Jahres zu begleiten, hat nicht nachgelassen. Der Ungewissheit der Zukunft, welche die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu „bestreiten" haben, wird der Segen gegenübergestellt. Ungewissheit ist da – doch sie wird ertragbar dank der Gewissheit des Segens Gottes.
Pfarrer Thomas Koelliker
Von der Musik im Gottesdienst
Manchmal höre ich bei den Mitteilungen im Gottesdienst, wie die Mitwirkung eines Chores oder von Instrumentalisten verdankt wird mit den Worten, die Musiker hätten das Ganze so schön umrahmt. Das ist sicher gut gemeint, aber unüberlegt. Musik soll einen Teil des Gottesdienstes bilden, sonst ist sie bei dieser Gelegenheit überflüssig! Mit Tönen ohne Worte kann man Gott loben, in Melodien und Rhythmen den Weg zu ihm finden.
Aber das ist gerade in den reformierten Kirchen ein heikles Gebiet. Zwingli sah keinen Platz für Orgel und Instrumente im Gottesdienst. Denn wenn sich die Musik verselbständigt, zu einem Konzert wird, kann sie uns von der Besinnung auf Gott ablenken. Die Qualität des Musizierens steht dann im Vordergrund. Der Stil eines Stückes wird wichtig; ob man findet, ein Schlagzeug passe in den Kirchenraum usw.
Wo aber Musiker und Redner zusammen eine Feier gestalten wollen um selber und mit der Gemeinde zusammen Gottes Nähe zu erleben, da sind Töne überaus wertvoll. Für mich persönlich sind sie das Schönste der Schöpfungswerke. Musik darf nicht zur blossen Garnitur werden. Sie ist ein eigenständiges Element der Verkündigung.
Im letzten Jahr geschah dies an verschiedenen Sonntagen. Trompete, Flöte, Horn, Violine, Cello und Kontrabass erklangen als Einzelinstrumente zusammen mit der Orgel. Am 14. Sept. wirkten der Singkreis vom Berg und der Jubilatechor Dorf zusammen um die Einsatzfeier von Pfarrer Stephan Landis zu gestalten. In Worten nicht Ausdrückbares ertönte auf diese Weise das ganze Jahr hindurch.
Pfarrer Erika Sundin
Altphilologe und Pfarrer
Ein halbes Jahr teile ich jetzt meine Arbeitszeit zwischen den beiden Lateinklassen an der Kantonsschule Stadelhofen und dem Pfarramt in Zollikon. Es sind zwei recht verschiedene Welten, zwischen denen ich da hin und her pendle- In der Schule die Wissensvermittlung, die Einführung der Schülerinnen und Schüler in eine ganz andere Sprachwelt, in die Welt der Antike, aber auch die pädagogische Aufgabe, zu intellektuell und menschlich verantwortetem Fragen zu führen. In Zollikon steht dagegen der Kontakt mit Menschen verschiedener Altersgruppen im Vordergrund. Gefordert ist man hier nicht so sehr als Informationsvermittler, sondern als Animator.
Wenn ich nun eine Bilanz ziehen müsste, so hat mir dieses halbe Jahr gezeigt, dass ich mich eher zur ersten dieser beiden Welten zugehörig fühle. Es liegt mir mehr, Menschen intellektuell anzusprechen, als ihnen zu predigen, ich unterrichte und diskutiere lieber, als dass ich missioniere. Dabei denke ich, dass gerade letzteres in einer Situation, wo sich die Kirche immer stärker in eine Minderheitsposition gestellt sieht, wichtiger wird. Dazu gilt es, einfache, klare Botschaften mit grosser persönlicher Identifikation zu vertreten. Weniger Platz aber wird es damit in der kirchlichen Arbeit für die intellektuelle Distanz, für Zweifler und Sucher geben. Diese Entwicklung gibt mir zu denken.
Pfarrer Stephan Landis
Das Alter ist für mich kein Kerker, sondern ein Balkon,
von dem man zugleich weiter und genauer sieht." (Marie-Luise Kaschnitz)
Altersbildung
Immer mehr ältere Menschen auch in unserer Gemeinde gestalten ihr Leben selbstbewusst und aktiv. Sie nutzen ihre Zeit, nochmals selbstbestimmte bedeutsame Aufgaben wahrzunehmen und wollen sich nicht bloss konsumorientiert auf ihren immer enger werdenden Kreis konzentrieren.
- Dies sind die Mitglieder unserer zehnköpfigen ökumenischen Arbeitsgruppe Altersbildung und die Teilnehmenden an deren Angeboten.
Letzten Herbst durften wir an der Tagung „Altwerden heute, Innenwendung- Aussenwendung" rund 120 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssen. Die intensive Vorbereitung in der Arbeitsgruppe, bei der eigene Erfahrungen und Fragen, kreativen Ideen und Hoffnungen der Mitglieder einflossen, prägten diese Veranstaltung. So diskutierten die Teilnehmenden die Thematik eingehend und sehr persönlich. Sie wurden angeregt, auch ihre Erfahrungen, Fragen und Hoffnungen zu teilen. Das sehr fundierte, aber auch ins Leben greifende Referat von Dr. Dieter Hanhart war dabei ein wesentlicher Impuls.
Eine anschliessende Auswertung ergab, dass das alle Sinne ansprechende Programm gerade durch das Engagement der Arbeitsgruppenmitglieder zu überzeugen vermochte. Altersbildung in Zollikon ist ein zukunftsträchtiges, echt ökumenisches Projekt.
Die begleitende Unterstützung und die Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe ist ein Zweig meiner Arbeit, der mir viel Freude bereitet.
Alex Kohli, Diakon
|
zurück
Zur Übersicht der Kurzseiten von Evang.-ref. Kirche Zollikon
www.ref-zollikon.ch
|