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Jahresbericht 1999
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Kirchenpflege |
Lass mein Volk ziehen, dass es
mir in der Wüste ein Fest feiert
2. Moses, 5.1
Jahresbericht der Kirchenpflege 1999
Wir sind ausgezogen im vergangenen Jahr und haben ein Fest gefeiert. Nicht in die Wüste mussten wir - Gott sei dank - nur bis zu unserer Dorfkirche. Ihr 500 jähriges Bestehen, mehr oder weniger in der heutigen Form, war uns Anlass für ebenso besinnliches wie freudevolles Feiern. Der zitierte Vers aus z. Moses 5,1 und die folgenden bildeten die Grundlage für die Festpredigt vom 4. Juli 1999. Etwas mehr als ein Jahr haben wir das Jubiläum samt dem Kirchentag geplant, immer in der festen Absicht, beides nicht in einer Wüstenei enden zu lassen, sondern in der Kirche und auf dem Dorfplatz, in festgefügten Institutionen. Dennoch, Kirche und Dorfplatz leben erst, wenn Menschen sich darauf bewegen, ansonsten sind beide wertlos, nichts als Wüste. Die Bedeutung liegt also nicht so sehr am Ort des Geschehens, vielmehr an uns Menschen, die sich an eben diesen Orten bewegen.
Dank sei allen Frauen, Männern und Jugendlichen, die in irgendeiner Form zum Gelingen des Jubiläumsjahres beigetragen haben. Die Kirche hat zeigen können, dass sie in der Lage ist, unter vielfältigsten Themen und Titeln, Menschen zusammenkommen zu lassen. Ökumenische Gottesdienste, Orgelkonzerte, Vorträge, besondere Seniorennachmittage und Erwachsenenbildungskurse fanden statt. Eine Festschrift und ein Stoffwandbild wurden geschaffen, die Post und die politische Gemeinde ermöglichten uns während neun Monaten die Verwendung einer Sonderstempelflagge auf unseren drei Dorfpostämtern. Das Geläute der Dorfkirche gab Anlass zu einer samstagmorgendlichen Vorstellung, und am Dorfumgang des Verschönerungsvereins waren bestehende und vergangene Kirchengebäude Themen auf der Wanderung. Höhepunkt des Jahres war zweifellos der Kirchentag vom 3. und 4. Juli 1999. Von Samstag, 18 Uhr bis Sonntag, 18 Uhr begegneten wir einander zum Feiern, Singen, Essen, Spielen, Tanzen -Ecclesia celebrat, cantat, edet, ludet, saltat. Am Kirchentag und auch an einigen andern Anlässen waren verschiedene Dorfvereine im Einsatz, auch all ihren Mitgliedern ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung.
Kein Jubiläum ohne Geschenke. Wir schätzen uns sehr glücklich über eine Reihe grosszügiger Gaben. Die katholische Kirchgemeinde liess uns einen grossen Kerzenständer für eine Osterkerze anfertigen und die politische Gemeinde, dazu passend, vier kleinere Tischmodelle, die wir unter anderem für Abendmahlsfeiern mit Einzelkelch verwenden. Der beauftragte Künstler war in beiden Fällen Anton Egloff aus Luzern, der auch für den künstlerischen Schmuck der neuen katholischen Kirche im Dorf verantwortlich zeichnet. Verschiedene grosszügige Spenden von Einzelpersonen haben uns ermöglicht, ohne die Verwendung von Budgetmitteln der Kirchgemeinde auf das Jubiläumsjahr eine Truhenorgel anzuschaffen. Sie kommt an Konzerten mit Chören und Orchestern, aber auch an kirchlichen Feiern im kleinen Rahmen zum Einsatz. Poem Versand der Festschrift legten wir einen Einzahlungsschein bei und baten um einen Beitrag an die Unkosten. Die Kirchenpflege war überwältigt von den vielen eingegangenen Zahlungen und von den zahlreichen Gemeindegliedern, die grosszügig aufrundeten. Der auf diese Weise zusammengekommene Überschuss zusammen mit der Kollekte des Kirchentages ermöglichte uns eine grosszügige Spende für das vom Verein «Glaube in der Zweiten Welt» betreute Projekt Kinderheim und Alterszentrum der reformierten Kirchgemeinde Targu Mures (Rumänien) in der Höhe von 15' 300 Franken.
Jubiläumsveranstaltungen geben vor allem Anlass zu Marschhalten und zur Rückschau. Wir wollen aber auch in die Zukunft blicken und hoffen, dass die zahlreichen Veranstaltungen und Begegnungen über ein ganzes Jahr auch Neues und Dauerhaftes geschaffen haben. Christentum ist nicht nur für heute und morgen, es zielt auf Dauerhaftigkeit ab.
Im Bereich Personelles. sind für das vergangene Jahr keine grossen Veränderungen zu verzeichnen. In den vergangenen beiden Jahren haben sich im Bereich der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stabile, gut funktionierende Teams entwickelt. Die Kirchenpflege freut sich über diese günstige Situation und deren positiven Auswirkungen auf die Arbeit. Auf den 1. Oktober 1999 konnten wir mit Herrn Reto Nägelin einen zweiten Jugendarbeiter mit einem Pensum von 50% einstellen. Er kümmert sich vor allem um die Oberstufenschüler und um die 11 - bis 14 jährigen. Der Computerspezialist aus Rüschlikon vermag die Jugendlichen vor allem auf praktischhandwerklichem Gebiet verbunden mit religiösen Themen anzusprechen. Er engagiert sich aber auch in den verschiedenen Jugendlagern. Neben der Tätigkeit in unserer Kirchgemeinde absolviert er berufsbegleitend die Diakonenausbildung in Greifensee. Damit hat die Kirchenpflege im Bereich des Aufbaus der Jugendarbeit ein weiteres Teilziel erreicht.
Die Jahresrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 800'000 Franken ab. Auf der Ausgabenseite ist das Budget sehr diszipliniert eingehalten worden. Der Überschuss hat sich aufgrund von unerwartet hohen Steuererträgen ergeben. Der Betrag wird dem Eigenkapital zugeschlagen und findet als Finanzierung der kommenden Investitionsprojekte Verwendung. Im Einzelnen geht es um den Einbau eines Liftes im Kirchgemeindehaus Zollikerberg im Jahre 2000 und um die Renovation der Liegenschaft Rosenweg 8/10 im Jahre 2001. Antrag und Weisung für das letztere Projekt werden der Kirchgemeinde Ende 2000 unterbreitet.
Entsprechend dem Beschluss der Kirchgemeindeversammlung vom 20. Juni 1999 hat die Kirchenpflege im vergangenen Sommer und Herbst mit dem Kirchenrat Verhandlungen über die Weiterführung der zeitlich befristeten Pfarrstelle vom 1. Juli 2000 bis 30. Juni 2003 geführt. Mit Schreiben vom 11. Oktober 1999 teilte der Kirchenrat mit, dass der Kirchgemeinde Zollikon wiederum eine zeitlich befristete Pfarrstelle mit einem Beschäftigungsgrad von 100% bewilligt werden konnte. Die Stelle wird weiterhin von den beiden Pfarrerinnen Erika Sundin und Sabina Hösli Gubler mit je einem Teilpensum von 50% betreut.
Im vergangenen Sommer bis Herbst benutzten 80 Asylanten in Gruppen von 20 Personen verschiedene Räumlichkeiten im Kirchgemeindehaus Rosenweg 8 als Tagesaufenthaltsräume. Die Politische Gemeinde Zollikon und die Asylfürsorge Zürich richteten im Frühjahr 1999 eine entsprechende Anfrage an die Kirchenpflege. In der Truppenunterkunft des Schulhauses Buechholz musste ein provisorisches Durchgangszentrum erstellt werden, wobei Räumlichkeiten mit Tageslicht und für die Tagesstruktur fehlten. Die Koexistenz hat gut funktioniert und den Flüchtlingen das Besuchen von Kursen und verschiedene Freizeitbeschäftigungen ermöglicht.
Der nachfolgende Bericht des Mitarbeiterkonventes vermittelt einen fundierten Einblick in die vielfältigen Arbeitsbereiche in unserer Kirchgemeinde. Die Kirchenpflege dankt Pfarrerinnen, Pfarrern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr engagiertes und effizientes Wirken, welches in der Öffentlichkeit, oft aber noch viel mehr im Stillen viel Freude zu bereiten vermag. Zahlreiche positive Äusserungen von einzelnen Gemeindegliedern unterstreichen dies. Gelegentlich erreichen uns auch kritische Stimmen. Über beide freuen wir uns, denn nur mit der Summe der Meinungen können Behörde, Pfarrerinnen, Pfarrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abschätzen, ob wir unser Schiff richtig und in eine zukunftsweisende Richtung steuern.
Dr. Heinrich Neukomm, Präsident
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Mitarbeiterkonvent |
Jahresbericht des Mitarbeiterkonventes
Ferienwochen - Zeiten des fröhlichen Lernens
Um etwas lernen zu können, brauchen Menschen manchmal eine andere Umgebung. Im Alltag geht so manches unbemerkt vorbei. «Umgebung» hat es mit Orten und Menschen zu tun. Und Zeit braucht es, um die Seele zu öffnen. So organisiert die Kirchgemeinde verschiedene längere Treffen, an denen sich unterschiedliche Generationen beteiligen. Eine strikte Trennung schreiben wir nicht vor. Doch die 70- bis 90-jährigen lockt es kaum, mit einer grossen Schar von Teenagern tagelang auf Hausbooten unterwegs zu sein. Jugendliche wollen nicht unbedingt Ferientage mit Gemeindegliedern, die ihre Grosseltern sein könnten, in einer deutschen Kleinstadt verbringen. Gemeinsame Unternehmungen wären durchaus zu begrüssen, aber auch getrennte Wochen der Suche nach dem Wesentlichen, fern von Zollikon, haben ihren Sinn.
Die ältere Generation hat im September 1999 sehr ergiebige 7 Tage in Breisach am Rhein verbracht. Das Hotel lag direkt neben dem Münster mit seinen wundervollen Kunstschätzen. Mit Übergängen in verschiedenen Bereichen befassten wir uns. Wie biblische Texte in Kunstwerke aus Stein, Holz und Farbe verwandelt werden, lag uns tagtäglich vor Augen. Das liess auch Veränderungen in der persönlichen Lebensgeschichte besser verstehen. Und die Landschaft allabendlich von der Münsterterrasse aus auf sich wirken zu lassen, öffnete das Gemüt für neue Gedanken.
Ja, machmal muss man aus dem Gewohnten hinausgehen, um es hernach etwas besser zu verstehen. In einer Kirchgemeinde weiss man um das Geheimnis, dass dies besser gelingt, wenn man es zusammen mit andern unternimmt. Trifft man später Glieder einer solchen Gruppe im Alltag drin, so haben die Worte des gegenseitigen Austauschs oft eine neue Tiefe bekommen. Eines der vielen Zeichen göttlicher Gegenwart.
Pfarrerin Erika Sundin
Der Pfarrer bei Trauungen: Zeremonienmeister oder Meister der Zeremonie?
Es haftet dem «Zeremonienmeister» viel Negatives an. So wurde und wird denn auch, immer wieder über Sinn und Unsinn, gar von Missbrauch des Pfarrers als Zeremonienmeister bei Trauungen gesprochen. Der Pfarrer als Zeremonienmeister hat sich zu weigern - so ein Postulat anfangs 70er Jahre.
Weigerung wovon? Weigerung doch letztlich davon, Menschen zu begleiten beim Überschreiten einer Schwelle in ihrem Leben, die wesentlich bestimmt ist durch diesen einen, < neuen» Menschen, den Ehepartner, der an die Stelle der bisherigen massgeblichen Menschen tritt. Daher müssen auch die Beziehungen zu den übrigen anderen Personen (Eltern, Freunde etc.) neu definiert werden. Damit muss aber auch die bisherige «Welt» der beiden im Hinblick auf den Ehepartner umdefiniert werden. Nur auf diese Weise kann eine neue «Wir-Welt» entstehen, die ihrerseits wiederum Zugang zur übrigen Welt zu suchen hat.
Solche Neu-Definitionen und Um-Definitionen sind immer schon eingebettet gewesen im Akte eines Festes, im Vollzug einer Zeremonie. Auch da, wo sie nicht mehr unter christlichem Vorzeichen geschehen, resp. geschehen dürfen, kann nicht auf Zeremonien verzichtet werden.
Die Frage ist die, ob die Chance von Seiten des Pfarrers wahrgenommen wird, die Zeremonie tatsächlich menschengerecht und sachgerecht zu leiten. Nicht als blosser Zeremonienmeister, der nichts zu sagen hat, sondern als Meister der Zeremonie, der gerade in Zeiten von Schwellenüberschreitungen, in Zeiten von Neu- und Um-Definitionen, etwas zu sagen hat. Denn solche Zeiten bergen in sich stets ein gewaltiges Potential von Unsicherheit und Ängsten. Dies in einem Bewusstwerdungsprozess aufzufangen zum einen, sinnvolle Zukunft zu öffnen zum anderen in Wort und Tat, ist die Aufgabe nicht eines Zeremonienmeisters, sondern dessen, der sich bemüht, Meister der Zeremonie zu sein. Um aller der an einer Trauung Beteiligten willen.
Eine Trauung -das Gespräch vorher, der Vollzug in der Kirche-hat immer noch etwas Faszinierendes an sich.
Pfarrer Thomas Koelliker
Dann und wann das Tempo verlangsamen - anhalten.
Die Glocken der Dorfkirche schwingen langsam aus. Im Chor der Dorfkirche hat sich eine Hand voll Menschen zum Abendgottesdienst eingefunden. Im Rund sitzen Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, die aus ihrem Alltag kommen und sich von dieser Stunde einen Zwischenhalt in der Woche erhoffen. Manche kamen schon öfters, wieder andere sind zum ersten Mal dabei.
«Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten», der Anfang eines Textes von Max Feigenwinter, so lautet das Motto dieses Gottesdienstes. Für eine Stunde den wohltuenden Abstand zum Alltag suchen, das ist es; was dieser meditative Abendgottesdienst für die, welche sich die Zeit unter der Woche nehmen wollen und können, leisten will. Ein kleines Team aus Gemeindegliedern und Pfarrern gestaltet den Gottesdienst, in welchem neben traditionellen liturgischen Elementen wie gemeinsamem Singen, Textlesung und Fürbitten auch die Möglichkeit besteht, sich im gemeinsamen Austausch selber einzubringen. Ein Bibeltext oder -wort, eine Geschichte, laden ein zum Nachdenken oder auch Mitteilen dereigenen Gedanken: Ein Versuch, in freiem Austausch, das Evangelium zu teilen und mitzuteilen, eine Möglichkeit neue Zugänge zu biblischen Texten zu gewinnen. Wer Freude und Lust hat, macht beim nachfolgenden, einfachen Kreistanz mit, der auch für ungeübte Tänzer und Tänzerinnen keine Hürde darstellt.
Ein Fürbitteteil gibt Raum für jeden, der will, auszusprechen, was ihn oder sie gerade beschäftigt: Eine breite Palette von Ängsten und Hoffnungen, Wünschen und Dank werden durch das Anzünden von Kerzen zum Ausdruck gebracht und mit einem Segen schliesst der Gottesdienst.
Oft schon ist es geschehen, dass ich selber müde vom Tag in diesen Gottesdienst gegangen bin und die Kirche eine Stunde später erfüllt und angeregt verlassen habe. Diese Stunde lebt nicht von einer grossen Anzahl Menschen, die hierherkommen, noch strotzt sie vor Originalität oder Progressivität: Sie lebt von den Menschen, die bereit sind, ganz dabeizusein, zu hören, sich zu äussern, sich neu auszurichten und aufeinander zuzugehen.
Seit Ende 1998 findet dieser Werktagsgottesdienst allmonatlich um 19.30 Uhr in der Zolliker Dorfkirche statt, ursprünglich am Samstagabend, seit kurzem nun mittwochs und zweiwöchentlich.
Pfarrerin Sabina Hösli
Lagerarbeit als Bestandteil des Gemeindeaufbaus
Ende April - frühmorgens um halb sieben, Parkplatz Gemeindehaus. Bereit zum Aufbruch ins Unbekannte, ins erste 8-tägige Hausbootlager im Burgund. 36 KonfirmandInnen und 6 LeiterInnen steigen in den Bus. Ein Vater wünscht mir ein lieb gemeintes «schöne Ferien», das ich mit einem müden Lächeln quittiere. Vor uns liegen 8 Tage ä 16 Stunden Arbeit, intensivstes Zusammenleben, das Meistern heikler Situationen, das Feiern täglicher Andachten, sorgloses Spielen und Herumalbern in der freien Natur, so manche Konflikte und Gespräche. Warum tue ich mir das an? Die Kanzel sorgt für eine sichere Distanz, der schulische Rahmen für einen geregelten Betrieb. Und doch lasse ich einen geordneten 10-Stunden-Tag zurück, um mit Jugendlichen eine Woche zu verbringen. Warum das? Die Antwort ist einfach. Kirche muss hinaus in den gelebten Alltag, in Situationen, wo wir uns voreinander nicht mehr verstecken können. Als kirchlicher Veranstalter möchten wir ein Experimentierfeld schaffen, wo Jugendliche gemeinsam Aufgaben zu lösen haben, wo Kategorien von Liefern und Konsumieren aufgehoben sind zu Gunsten eines Miteinanders im gegenseitigen Geben und Nehmen. Kirche ist in Bibel und Geschichte immer wieder als «wanderndes Volk» verstanden worden. 12 Jünger waren unterwegs in Galiläa, 12 Stämme Israels kämpften sich durch den Sinai. Kirchliche Gemeinschaft ist Weggemeinschaft. Dieser Grundüberzeugung möchten wir-in verdichteter Form-im Lagerangebot unserer Gemeinde Gestalt geben. Klar, das kostet Geld. Aber wir erachten es als eine sinnvolle Investition. Ein Lager kann gruppendynamische Prozesse in Gang setzen, die für die Entwicklung Jugendlicher nachhaltig sein können. Als kirchlicher Veranstalter legen wir dabei Wert darauf, religiöse und ethische Fragen in den Alltag zu holen, gleichsam eine soziale Laborsituation einzurichten, in der Regeln des Zusammenlebens eingeübt werden. Gemeinsam kochen und putzen, übernachten, schwierige Momente überstehen, sich aneinander reiben und wieder zueinander finden, miteinander als Gruppe eine Geschichte schreiben, das schweisst zusammen und bildet Identität- auch kirchliche. Ein Lager, ob für SonntagsschülerInnen, KonfrmandInnen oder junge Erwachsene, bietet also a priori Stoff genug für kirchliche. Anliegen. Werden Lager sorgfältig vor- und nachbereitet stellen sie somit eine echte Bereicherung des kirchlichen Angebotes dar. In erster Linie für Kinder und Jugendliche, die auf Erlebniswelten ausserhalb des elterlichen Magnetfeldes angewiesen sind, aber warum nicht auch für Erwachsene?
Pfarrer Simon Gebs
Ein Besuchsdienst für Zollikon und Zollikerberg
wo viele hände zufassen
werden schwere aufgaben lösbar Peter Klever
Diese Worte Peter Klevers nahmen Gestalt an mit der Gründung des Besuchsdienstes Zollikon im Frühjahr 1999. Auf Initiative unserer Kirchgemeinde gründeten der Frauenverein Zollikon, die kalb. Kirchgemeinde Zollikon, die Pro Senectute, Ortsgruppe Zollikon und die Evang.-ref. Kirchgemeinde Zollikon eine gemeinsame Trägerschaft, mit dem Ziel, für unsere Gemeinde einen gut funktionierenden und professionell arbeitenden Besuchsdienst anzubieten. Unter dem Motto: «Einsamkeit geht mich nichts an - oder doch?» zeigten gezielte Werbemassnahmen einen grossen Erfolg, so dass seit Ende 1999 total 50 Besucherinnen dem Besuchsdienst angehören. Mit Annette Rüegg, Gerontologin, haben wir eine kompetente Fachfrau für die Vermittlungsstelle gefunden. Frau Rüegg nimmt Besuchswünsche entgegen und ist somit Anlaufstelle für Privatpersonen, Institutionen wie auch für unsere Besucherinnen.
Besucherinnen des Besuchsdienstes Zollikon stehen regelmässige Weiterbildungsangebote zur Verfügung, damit sie auch in schwierigen Situationen die nötige Sicherheit aufbringen. Zudem steht Frau Rüegg bei Fragen jederzeit mit Rat zur Seite.
Wir leben in einer Zeit, wo Individualität und Unverbindlichkeit vorherrschen. Menschen - vor allem junge - lassen sich nur ungerne langfristig verpflichten, und schon gar nicht zu Gottes Lohn. Um so mehr freut es uns, dass es in Zollikon gelungen ist, Menschen zu gewinnen, die das heute so kostbare Gut - nämlich die Zeit - Einsamen zur Verfügung stellen. Eine solche Leistung fördert keine Karriere, und auch das Bankkonto profitiert davon nicht. Die Sozialbilanz zeigt jedoch, dass Menschen, die ihre Zeit und ihr Herz in den Dienst der Mitmenschen stellen, nicht nur Gebende, sondern auch Nehmende sind. Denn von jeder Zuwendung kommt immer auch etwas zurück. Etwas, das man nicht sehen und nicht greifen, aber sehr wohl fühlen kann.
Wer sich der Herausforderung dieser menschlichen Begegnung stellt, lernt vielleicht auch neue, unerwartete Möglichkeiten für sein eigenes Altern kennen.
Sozial-Diakonische Dienste
Carmen Jucker, Alex Kohli
Selber Kirche sein
Im Sommer 1999 wurden die 30% Jugendarbeit, welche Rene Schärer für den Jugendgottesdienst «easy» und die Jugendband «da capo al sugo» einsetzt, durch Reto Nägelin mit weiteren 50% ergänzt. Dies ermöglichte es, das Konzept einer umfassenden Kinderund Jugendarbeit zu verwirklichen.
Im vergangenen Jahr sind zusätzlich zum «easy»-Jugendgottesdienst, welcher sich bereits etabliert hat, diverse neue Projekte lanciert worden. Das wöchentliche Angebot umfasst den «TeenMeet» für 5.- und 6.-Klässler, den «Rosenclub» für Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler und den Jugendchor «on stage». Es gehören auch punktuelle Anlässe wie kirchliche Jugend-Projekttage oder die Sonntagsschulweihnacht dazu.
Ganz im Zeichen des Satzes: «Selber Kirche sein» bieten all diese Angebote den Jugendlichen die Möglichkeit, das «Kirche-sein» zu leben. Sie zeigen ihnen, dass sich ihr Engagement lohnt und dass sie ein wichtiger Teil des kirchlichen Lebens ausmachen. Sie erfahren dabei, dass Kirche nicht nur am Sonntagmorgen stattfindet, sondern dass sie ein Bestandteil des eigenen Lebens ist und als solcher gelebt werden kann. Sei dies in Form von Nächstenliebe, Eigenverantwortung, Freundschaft oder in der aktiven Auseinandersetzung mit Gott und seinem Wirken.
Als Team möchten wir diesem Motto weiterhin folgen. Wir freuen uns über das bereits Realisierte, welches uns motiviert. Freudig gespannt arbeiten wir auf neue Projekte hin.
Reto Nägelin und Rene Schärer |
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