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Jahresbericht 2004

Jahresbericht der Kirchenpflege Ihr seid das Licht der Welt.
Matthäus 5, 14


Ihr seid das Licht der Welt. Sind diese Worte aus dem Matthäusevangelium die Feststel lung einer Tatsache? Wohl eher eine Aufforderung. Ihr nachzuleben ist der Auftrag der Kir che und der Gemeindeglieder. Licht hinauszutragen – zunächst in unsere Gemeinde – ist ein Anliegen aller aktiv Mitwirkenden in unserer Kirchge meinde: unsere Pfarrerin und unsere Pfarrer, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbei ter, die Kirchenpflege, aber auch unsere Frei willigen tragen mit ihrem Einsatz dazu bei. Mit unseren Beiträgen an Werke der inneren und äusseren Mission versuchen wir einen Lichtschimmer auch über die Gemeindegrenze hinaus zutragen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen weg und andere folgen nach – so auch in unserm Mitarbeiterteam:

Als Nachfolgerin für Frau Carmen Jucker trat am 1. Juli 2004 Frau Erika Elsener ihre Stelle als Sozial-diakonische Mitarbeiterin im Zollikerberg mit einem 80 %-Pen sum an. Sie ist der Gemeinde in einem Gottesdienst vorgestellt worden. Frau Elsener hat sich sehr schnell und gut bei uns eingearbeitet.

Herr Stefan Wyss, Jugendarbeiter mit einem 20 %-Pensum, verliess uns Ende Juli, um sich vermehrt seinem Hauptberuf widmen zu können.

Nach 26-jähriger Tätigkeit im Dienste unserer Kirchgemeinde trat unsere Verwal tungsleite rin Frau Verena Pighi-Christen Ende September 2004 in den wohlverdien ten Ruhestand. Sie wurde im September anlässlich eines Konzertes und eines Apé ros offiziell verabschiedet. Sie hat während all der Jahre mit Einsatzfreude, Fach kompetenz und grosser Selbständigkeit der Kirchgemeinde unschätzbare Dienste geleistet. Ihre menschliche Wesens art und ihre fröhliche Ausstrahlung machten sie auch bei den Gemeindegliedern beliebt. Wir danken ihr für ihr langes Wirken und wünschen ihr alles Gute im Ruhestand.

Als neue Verwaltungsleiterin wählte die Kirchenpflege Frau Jacqueline Günthard. Sie bringt eine umfangreiche Ausbildung und Erfahrung in der Verwaltung mit. Nach kurzer Ein arbeitung hat sie am 1. August 2004 ihre neue Tätigkeit angetreten und sich rasch zu einer kompetenten und umsichtigen Mitarbeiterin entwickelt.

Auf Ende Jahr ist Frau Heidi Ulrich als Sigristin im Zollikerberg mit einem 60 %-Pensum in den Ruhestand getreten. Sie hat während Jahren zu einem guten Klima im kirchlichen Zent rum Zollikerberg beigetragen. Für ihr Wirken danken wir ihr herz lich. Frau Ulrich wird uns weiterhin für Aushilfseinsätze zur Verfügung stehen.

Als neuen Sigristen im Zollikerberg wählte die Kirchenpflege Ende 2004 Herrn René Hir schi. Er ist mit seiner Aufgabe bestens vertraut, hat er doch seit Jahren oft seine Frau freiwil lig in ihrer Aufgabe unterstützt. Er trat seine Aufgabe am 1. Januar 2005 an, die er gemeinsam mit seiner Frau Franziska erfüllen wird.

Ende Jahr verliess uns unsere Verwaltungsassistentin Frau Annette Fanuli-Sta hel, da sie sich einer anderen Aufgabe zuwenden will. Als Nachfolger wählte die Kir chenpflege Herrn Andreas Aeschlimann. Er hat seine Stelle am 1. Januar 2005 an getreten.

Auch in der Kirchenpflege ergaben sich Veränderungen:
Ende September trat Herr Peter Weiss, langjähriges Mitglied der Kirchenpflege und deren Vizepräsident, infolge Wegzugs aus der Gemeinde von seinem Amt zurück. Während zwölf Jahren wirkte er als Liegenschaftenverwalter im Zollikerberg, wo er eine Reihe von baulichen Vorhaben realisiert hat. Wir danken ihm für seine treue und engagierte Mitarbeit.

Als neuen Vizepräsidenten wählte die Kirchenpflege auf den 1. Oktober 2004 Herrn Chris toph Marugg, der weiterhin für die Liegenschaftenverwaltung im Dorf verantwortlich bleibt.

Am 13. September 2004 konnte Herr Markus Strässler als in stiller Wahl zum neuen Kir chenpfleger gewählt erklärt werden. Markus Strässler bringt bereits Erfah rung als Kirchen pfleger in einer aargauischen Gemeinde mit. Er hat das Ressort Liegenschaftenverwaltung Berg übernommen.

Die Aufgaben in der Kirchgemeinde könnten ohne all die freiwillig tätigen Frauen und Männer nicht in dieser Vielfalt wahrgenommen werden. Ihnen dankten wir am 8. September anlässlich eines Nachtessens. Die Freiwilligen bringen zum Ausdruck, dass die Gemeinde glieder nicht in einer Konsumentenhaltung verharren sollen, sondern vielmehr zur aktiven Mitwirkung in der Kirchgemeinde aufgerufen sind.

Im Berichtsjahr wurde das 500-Jahr-Jubiläum von Heinrich Bullingers Geburt gefei ert. Anlässlich eines Vortrages stellte uns Professor Emidio Campi am 3. No vember diesen be deutenden Reformator und Nachfolger Zwinglis vor. Zwei Söhne Bullingers haben seinerzeit in Zollikon als Pfarrer gewirkt.

Mitte Jahr erschien die von Wilfried Maurer verfasste und von unserer Kirchge meinde herausgegebene Broschüre „Die Zolliker Dorfkirche“. Sie ist reich illustriert und enthält Wis senswertes über das Kirchengebäude, seine Geschichte und die Menschen, die gestern und heute darin wirkten und wirken. Die lesenswerte Schrift hat über unsere Gemeinde hinaus Beachtung gefunden. Exemplare können auf un serem Sekretariat bezogen werden.

Aus der Tätigkeit der Kirchenpflege seien folgende Themen herausgegriffen:
Im kirchlichen Zentrum Zollikerberg wurden verschiedene Investitionen getätigt: Für das Kirchgemeindehaus wurden neue, bequemere Stühle beschafft, wie dies ein Gemeindeglied anlässlich einer Kirchgemeindeversammlung angeregt hat. Dann ist die Glasfront beim Foyer erneuert worden. Sie ist nun besser abgedichtet, was vor allem im Winter von Vorteil ist. Zu dem schützen neue Storen vor zu starker Ein strahlung bei Apéros vor dem Kirchgemeinde haus. Neue Lautsprecher in der Kirche sorgen für eine bessere Akustik.

Ende März traf sich unsere Kirchenpflege mit der katholischen Kirchenpflege zu einer Aussprache mit anschliessendem Imbiss. Der Anlass hat vor allem auf der zwischenmenschli chen Ebene viel Positives gebracht. So wurde nach Möglichkeiten gesucht, Oekumene in den Bereichen zu pflegen, in denen das aufgrund der unter schiedlichen Struktur der beiden Kir chen denkbar ist. Die Zusammenarbeit führte unter anderem zur Schaffung eines Logos für die gemeinsamen ökumenischen Auf tritte.

Anlässlich einer Retraite an einem Wochenende im Oktober befasste sich die Kir chen pflege mit ihren Zielen und ihrer Zusammenarbeit.

Im administrativen Bereich wurden eine Reihe von Anpassungen vorgenommen. Zunächst wurde das Personalrecht der Politischen Gemeinde auch für unsere Kirch gemeinde als ver bindlich erklärt. Entsprechend wurden die Berufsbilder, die Einstu fungen und das Lohnkon zept festgelegt. Diese Anpassung ist sinnvoll, weil die Politi sche Gemeinde auch das Rech nungswesen und damit die Lohnbuchhaltung unserer Kirchgemeinde besorgt. Ferner haben wir eine Informatik-Kommission errichtet. So können all die Fragen sachgerechter behandelt werden, die sich mit der zunehmen den Bedeutung der Informatik stellen. Im Juni wurde die Budgetierung für das Jahr 2005 zum ersten Mal ressortweise, und nicht mehr nach dem für die Jahresrechnung gültigen Kontenrahmen durchgeführt. Dieses Verfahren gewährleistet eine klare Zu weisung der Verantwortung für das Einhalten der Budgets.

In der Jahresrechnung 2004 fällt auf, dass der budgetierte Aufwand um rund 65'000 Fran ken überschritten worden ist. Der Betrag entspricht 1.7 % des Budgets. Die Kosten sind weit gehend im Griff. Sorgen bereitet jedoch der um 280'000 Franken gesunkene Steuerertrag. Das Budget über eine Reduktion des Aufwandes ins Gleichgewicht bringen, hiesse auf die Wahr nehmung von personalintensiven Aufga ben zu verzichten, die zu den Kernaufgaben unserer Kirchgemeinde gehören. Be troffen würden insbesondere die Jugendarbeit und die Betreuung der Senioren.

Kirche findet nicht nur am Sonntag im Gottesdienst statt, sondern auch während der Woche. Die vielfältigen Anlässe bedingen eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Aus den nachfolgenden Berichten des Mitarbeiterkonvents können weitere Einzel heiten aus dem Leben der Kirchgemeinde entnommen werden. Die Kirchenpflege dankt der Pfarre rin und den Pfarrern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des So zial-diakonischen Dienstes und der Jugendarbeit, der Organistin und dem Organis ten, den Sigristinnen und dem Sigristen, den Mitarbeitenden der Verwaltung und nicht zuletzt einer grossen Anzahl von freiwilligen Helferinnen und Helfern für ihre Treue und ihr engagiertes Wirken.

Martin Eich, Präsident

Mitarbeiterkonvent Religionspädagogisches Handeln im Umbruch

Die zunehmende Entflechtung zwischen Kirche und Staat bringt ebenso eine deutlich gestie gene Anforderung an das religionspädagogische Handeln der Kirche mit sich. Während die reformierte Kir che im Kanton Zürich über lange Zeit ihre religionspäda gogische Verantwor tung im Rahmen der Volksschule wahrnehmen wollte und konnte (Biblische Geschichte an der Primarschule), durch Pfarr amt erteilter Religionsunter richt an der Oberstufe) werden in Zukunft neue Gefässe gefunden werden müssen. So werden z.B. nach gegenwärtigem Stand der Dinge ab 2007 reformierte Pfarrer explizit von der Möglichkeit der Erteilung des Religi onsunterrichts an der Oberstufe ausgeschlossen. Der eine mag solche Entwicklung bedauern, der andere begrüsst den beidseits gewonnenen Spielraum. Diese neuen Realitäten aufnehmend hat die Evangelisch-reformierte Kirche des Kt. Zürich ein neues religi onspädagogisches Kon zept verabschiedet, welches in den kommenden Jahren für Kinder, Jugendli che und Eltern einerseits wie auch für Pfarramt und Kirchenpflege andererseits manch Neuerung brin gen wird. Ziel wird es weiterhin sein, Kindern das Evangelium der Liebe Gottes und die Kirche als Ort des gelebten Glaubens nahe zu bringen, Ju gendliche in ein Gespräch über Lebens- und Glaubensfra gen mit einzubeziehen und vor allem Erfahrungs- und Begegnungsräume bereit zustellen. In einem gesellschaft lichen Kontext, in dem nicht Religion an sich, jedoch instituti onalisierte Religion mehr und mehr an Boden verliert, Eltern zudem bei steigendem Leis tungsdruck ab Mittel stufe tendenziell weni ger bereit sind, ihrem Kind noch zusätzliche Stun den zuzumu ten, wird diese Aufgabe höchst heraus fordernd sein. Bereits jetzt stellt die Evan gelisch-reformierte Kirchgemeinde Zollikon viele Ressourcen für Angebote für Kinder und Jugendliche bereit. In Zukunft werden wir noch vermehrt glaubwürdige, qualitativ überzeu gende und gemeinschaftsfödernde Lern- und Erlebnisräume entwickeln und anbie ten und neue, unkonventionelle Wege auch in enger Zusammenarbeit mit El tern suchen müssen. Mo dulartig zusammengesetzte Zyklen, Weekends, Lager, Pro jekte usw. werden den bis dahin bekannten und in unserer Gemeinde weiterhin gut verankerten "BS" und "Religionsunterricht" mehr und mehr ergänzen. In unserer Gemeinde sind wir glücklich über das gute Einverneh men mit der Schulge meinde und Lehrerschaft, denen an dieser Stelle ein grosses Dankeschön gebührt. Dies ent bindet uns als Kirchgemeinde jedoch nicht, religiöses Lernen verstärkt zu fördern. Ein Lernen, welches notabene nicht mit der Indoktrination dogmatischer Formeln zu ver wechseln ist, sondern ein ganzheitliches Ler nen darstellt, welches sich in Beziehun gen, in gemeinsamem Handeln, Feiern und Teilen vollzieht. Pfarramt, Kirchenpflege, und letztlich die ganze Kirchgemeinde werden hier ganz neu gefordert sein.

Simon Gebs, Pfarrer


Gemeinde-Ferienwoche

Über Feldkirch und Bludenz erreichten wir unser Ziel: Gargellen, 1423m, Luftkurort im Montafon. 29 Seniorinnen und Senioren, zusammen mit Erika Elsener und mir, folgten dem Ruf der Berge. "Mythos Berg" hiess denn auch das Motto, das uns durch die Woche begleitete.

Ein Einstieg bot eine Dia-Schau eines Einheimischen, der als gelernter Elektriker den Mut hatte um zusatteln und als Fotograph und Bergführer sämtliche 4000er Europas bestiegen hatte. Seine Bilder überzeugten ebenso wie sein Kommentar. Die Faszi nation der Berge schlug alle in den Bann und das Verstehen wuchs, warum schon seit frühester Zeit der Berg, in dem sich die Erde über sich selbst erhebt, niemals wertfrei wahrgenommen wurde. Neben Wüste und Meer bilden die Berge die dritte Urlandschaft der Erde, die den Menschen mit extremen Herausforderungen konfron tiert, mit Gefahren, die stets auf Leben und Tod beanspruchen, mit Erfahrungen, die den Menschen bis ins Innerste tref fen und tiefgreifend verändern können. Während Wüste und Meer durchquert und bestanden werden müssen, kann man den Bergen nicht ausweichen, erfährt man selbst im Tale noch genug von ihrer Macht.

Wir alle wissen: wer auf dem Berge steht, der hat Überblick, für den klärt sich so vieles auf, wenn er sich den Niederungen des Lebens entzogen hat. Kein Wunder, dass in der Bibel wesentliche Erkennt nisse immer auf einem Berge stattfanden.

Solche und ähnliche Gedanken waren jeden Vormittag Gegenstand unserer Be trachtungen, nachdem Erika Elsener unsere Knochen mit ihrem Fitness-Programm in Bewegung gebracht hatte.

"Oben" und "unten" - nicht vertauschbar in ihrer symbolischen Bedeutung in Mythos und Religion. Und so wurde denn auch das "oben" angestrebt - mehrheitlich mit der Kabinenbahn, vereinzelt auch zu Fuss. Ausflüge mit dem Car brachten uns zum Silv retta-Stausee, ins Städtchen Feldkirch und in Dornbirn zu einem Naturhistorischen Museum die einen, die anderen zu Rolls-Royce.

Der frühe Abend begann für viele mit Sauna und Dampfbad, fand seine Fortsetzung beim Apéritif und beim hervorragend zubereiteten Abendessen.

Umgeben von Gastlichkeit durfte eine jede und ein jeder sich seines Daseins er freuen. Und erfreut war auch der Hotelier über eine Gruppe, die in Dankbarkeit an zunehmen verstand, was geboten wurde.

Gemeinsames Er-Leben, gemeinsame Gespräche, gemeinsames Lachen, Staunen über das, was die Einzelnen zu bieten wissen aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz, wurde so zum wesentlichen Be standteil dieser Woche im Vorarlberg.

Thomas Koelliker, Pfarrer


Alte und neue Wege gottesdienstlichen Feierns

Im Rahmen einer Weiterbildung habe ich mich im vergangenen Jahr intensiv mit dem gottesdienstlichen Feiern auseinandergesetzt. Der Sonntaggottesdienst ist für mich ein Kerngeschäft der pfarramtlichen Tätigkeit. Seine Gestaltung ist eine Aufgabe, die mich immer wieder neu herausfordert. Der Gottesdienst dient der Kommunikation des Evangeliums. Er soll den Glauben stärken und erneuern und er soll als Feier der Versöhnung und Befreiung erlebt werden.

Darum ist der Gottesdienst für mich ein Ort der Begegnung: der Begegnung mit Gott, mit mir selber und mit anderen Menschen. Als Pfarrerin lade ich die Menschen ein, sich auf diese Begegnungen einzulassen.

Der Gottesdienst kann auch eine Oase im alltäglichen Leben sein, wo Dinge möglich werden, für die sonst zuwenig Raum vorhanden ist, z.B. Zeit für Stille, Zeit, seine Gedanken spazieren zu lassen, Zeit zum Singen und Musikhören...

Als Pfarrerin bin ich im Gottesdienst - biblisch ausgedrückt - „Dienerin Christi und Haushälterin über Gottes Geheimnisse“ (1 Kor. 4,1). Ich bin überzeugt, dass im Gottesdienst etwas von jener Realität erfahrbar werden kann, welche sinnstiftend ist, den Menschen helfen und die Gesellschaft verändern kann. Theologisch gehe ich davon aus, dass das Gelingen eines Gottesdienstes letztlich ein Geschenk ist. Den noch versuche ich mit den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen die Gottes dienste so zu gestalten, dass sie Raum bieten, in dem Gott selbst zum Vorschein kommen kann und in dem Menschen Möglichkeiten haben, Gott zu erleben.

Die verschiedenen Bedürfnisse der heutigen Menschen werden auch bei den Er wartungen an die Gottesdienste spürbar. Für die einen bietet der reformierte Wort gottesdienst Heimat, andere fühlen sich da wenig bis gar nicht angesprochen. Darum gehe ich in der Gottesdienstgestaltung neben dem traditionell bewährten auch neue Wege. Ich versuche wahrzunehmen, wo Menschen heute religiöse Momente erleben und integriere Elemente davon in den Gottesdienst. Der Gottesdienst als Ganzes soll ein Weg sein, auf dem Grenzen der alltäglichen Wirklichkeit mittels Worten, Musik, Symbolen und Ritualen überschritten werden können. Ich beteilige Menschen (Musi kerinnen und Musiker, Chöre, Künstlerinnen und Künstler, Menschen aus Kirche, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, junge und ältere Gemeindeglieder) im Gottes dienst. Ich vernetze biblische und christliche Tradition und Gegenwart, versuche in einer verständlichen Form und Sprache das Evangelium sinnstiftend und bereichernd in die jeweiligen Situationen zu übertragen. In Gesprächen und Reflexionen werden die gemachten Eindrücke wahrgenommen, die Qualität überprüft und Ideen für zu künftige Gottesdienste entworfen. Ich bin dankbar, wenn ich erfahre, dass wir als feiernde Gemeinde miteinander unterwegs sind und dabei gestärkt werden, um ein Leben in dieser Welt - und für diese Welt - in Liebe und Frieden zu gestalten.

Anne-Käthi Rüegg-Schweizer, Pfarrerin



Alles wirkliche Leben ist Begegnung
M. Buber

Begegnungen

Im Eröffnen und Gestalten von Begegnungsräumen für Erwachsene in verschiedenen Lebensphasen mit ihren je eigenen Anliegen und Bedürfnissen liegt eine wesentliche Herausforderung unserer Tätigkeit. Dabei gilt es "Altes und Traditionelles" zu bewahren und gleichzeitig "Neues" zu fördern.

In den traditionellen Seniorennachmittagen werden die thematischen und musikalischen Inputs oft be wusst so gewählt, dass die "gute alte Zeit" wieder auflebt. So manche Erin nerungen lassen die Herzen der Teilnehmenden höher schlagen und die längst vergan genen Jugendjahre wieder aufleben. Ein High light war die Adventsfeier "Liebes süsses Zürich" im Dorf, ein weiteres der Seniorentanznachmittag im Berg. Die "Strassberg Ol dies" vermochten mit ihren eingängigen Melodien fast jedes Bein auf die Tanz fläche zu locken.

Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer geniessen und schmunzeln für sich allein, andere freuen sich über ein Gegenüber, mit dem sie Erlebtes austauschen können. Für viele Alleinlebende bilden diese Ge fässe einen wichtigen Familienersatz und geben eine Struktur in ihrem Alltag. Dies gilt auch für die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die durch ihre Einsätze eine wichtige Aufgabe erfüllen und in ein Netz eingebun den sind. Die Wertschätzung und Begleitung ihrer "unbezahlbaren" Arbeit ist sehr wich tig und findet ihren Höhepunkt im alljährlichen Dankabend, den wir in sehr guter Erinne rung haben.
Im Mosaik wird zweimal im Monat eifrig über aktuelle, sowie über Themen des Lebens und Glaubens diskutiert und politisiert. Die Gruppenmitglieder nehmen Anteil aneinan der, schöne Freundschaften haben sich gebildet und auch Liebespaare haben sich ge funden!

Das menschliche Gehirn ist bis zum letzten Atemzug lernfähig. Das Vorbereitungsteam für "Bildung ab 60" (neu für Altersbildung), spricht mit einem interessanten Bildungsan gebot jährlich lernbereite und ex perimentierfreudige Menschen an. In interaktiven Pro zessen und Gruppenarbeiten können persönliche Erfahrungen gemacht und ausge tauscht werden. Dabei kommt auch der Humor nicht zu kurz. Referat und Workshops im April, Mai zum Thema "Dem Leben Gestalt geben" wurden sehr geschätzt.

Beim Besuchen von älteren und kranken Menschen beeindruckt uns, die Freude, der Mut und die innere Stärke, mit denen sie ihr Leben oft meistern. Gerne erzählen sie aus ihrem Leben und schätzen die ge meinsame Zeit sehr.

Ein wichtiges Anliegen in unserem Arbeitsbereich ist, die sich ständig verändernden Zeitzeichen wahrzu nehmen, zu reflektieren und bei neuen Angeboten für Menschen ab der Lebensmitte mitzuberücksichti gen. Von spezieller Bedeutung sind heute:

- Eine neue Generation von selbständigen, aktiven Senioren wächst heran.
- Es gibt immer mehr Menschen, die zum Teil unfreiwillig frühpensioniert oder arbeits los sind.
- Beziehungslosigkeit und Konsumhaltung nimmt in der Gesellschaft immer noch zu.

Wir empfinden unsere Arbeit als eine äusserst spannende Aufgabe, und wir bleiben gerne dran.

Erika Elsener und Alex Kohli
Sozial-Diakonischer Dienst



Highlights in der Jugendarbeit

Die Jugendarbeit hat sich im Jahr 2004 bessere Strukturen gegeben, um wachsen zu können und den Bedürfnissen der Kinder und Ju gendlichen besser zu entsprechen. Um diesen Prozess weiter vo rantrei ben zu können, sind wir Jugendarbeiter immer wieder von neuem herausgefor dert, Anpassungen und Veränderungen vorzu nehmen. Denn wir wollen die Kinder und Jugend lichen dort an sprechen, wo sie in ihrem Leben gerade stehen.

Wir blicken mit Freude auf das letzte Jahr zurück. Im Konzept des Jugendgottesdiens tes für alle Jugendli chen der sechsten Klasse und ersten Oberstufe kam es zu einigen Veränderungen. So wurde u. a. aus dem monatlich stattfindenden Anlass, ehemals Easy, neu "Wave" (Welle). "Wave" steht für Erfrischung, enorme Kraft und Wirkung, mysteriös und nicht immer er klärbar, aber auch Staunen und Spass. Die Themen (Träume, Erfolg-Ehre-Ruhm, Zufall oder Fügung, S'gröschte Gschänk) lebten vor allem von den persönlichen Erlebnissen und dem Link zum All tag. Auch wenn es für einige Jugendliche Über windung bedeutet, am Freitagabend in die Kirche zu gehen, so konn ten wir immer wieder feststellen, wie sie da nach oft ein Stückchen verändert nach Hause gingen. Unter des sen hat sich sowohl im Dorf wie auch im Berg eine Kerngruppe von jeweils 8 bis 12 Ju gendlichen gebildet, die den Jugendgottesdienst regelmäs sig besuchen.

Ein weiteres Highlight war unsere Präsenz an der Chilbi in Zollikon. Zusammen mit der katho lischen Seite haben wir die kirchliche Jugendarbeit vertreten. Von der Luftmatten vermietung Bla sio organisierten wir zwei Sprungmatten. Die grosse Sprung matte auf dem Dorfplatz mit 5x7 Metern Grösse wurde zu unse rem Erstau nen mehr von älteren Jugendlichen wie von Kin dern benutzt. Selbst bei Regen war der An drang gross! Die kleineren Kinder be vorzugten die nicht ganz so "wilde" Pilzmatte. Das Ziel, Kontakte mit der Bevölkerung zu schliessen, war ge lungen. Eltern wie auch Kinder waren begeistert und bedienten sich rege an den aufliegen den Flyers über die Aktivitä ten und Anlässe der Jugend arbeit in den Kirchge meinden. Heute schauen wir zufrieden auf drei sehr intensive Tage zurück.

Im August haben wir den Oberstufen Treff SMART konzeptionell verändert. Für die erste und zweite Oberstufe wird heute ein gemeinsames Programm gestaltet. Der Abend startet mit einem gemeinsamen Essen, das die TeilnehmerInnen zusammen mit dem Leiterteam kochen. Dieses neue Konzept hat sich bis jetzt sehr gut bewährt. Schon zu Beginn entstehen gute Gespräche. Die Jugendlichen können zuerst einmal ankom men, bevor das Programm losgeht. Hö hepunkte waren der The menabend "Suizid von Angehörigen“ und das Herbstla ger mit 30 Personen auf einem Segelschiff in Holland. Um das Lager zu finanzieren, haben wir unsere beliebte Zopf aktion durch geführt. Eine Nacht lang verarbeite ten wir im Schulhaus Buchholz 220 kg Zopfteig. Die Zöpfe wurden am Morgen ausgeliefert. Damit konnten wir einen wesentlichen Beitrag der Lager selbst erwirt schaf ten.

Grosse Freude bereitete uns die grosse Nach frage für den Gruppen leiterInnen-Kurs, den wir zum jetzigen Zeit punkt durchführen. Sechzehn Jugendliche im Alter ab 16 Jah ren lassen sich während fünf Monaten zu LeiterInnen ausbilden und set zen sich mit verschiedenen The men wie Gruppenpädagogik, Pro jektmanagement, Suchtprävention, Führungsstile, Methoden viel falt auseinander. Wir hoffen, dass sich Ju gendliche durch diesen Kurs motivieren lassen, in der Zolliker Jugendarbeit mitzuhelfen und ihre Ideen mit einzubringen.

Michaela Tobler und Markus Hoffmann
Jugendarbeit



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Anfang Seite  - update: 19.05.2006 - verantwortlich: Alex Kohli Portrait anzeigen  -  Evang.-ref. Kirche Zollikon