Abschied Pfrn. Anne-Käthi Rüegg-Schweizer

Am Wochenende vom 5. und 6. Juni nahmen wir Abschied von Anne-Käthi Rüegg-Schweizer und sagen herzlich Dank für ihr grosses Engagement in Zollikon.
 
Besinnungen vom 5. Juni 2021 Licht & Klang «Special»
Pfarrerin Anne-Käthi Rüegg-Schweizer


Pfarrerin Diana Päpcke


Pfarrer Simon Gebs

 
 
 
Musikalischer Abschiedsgruss
Der Noëmi Nadelmann-Chor grüsst und verabschiedet sich von Pfarrerin Anne-Käthi Rüegg-Schweizer über das Split-Screen-Video von Beat Dähler.
Bitte hier klicken zum Video
Giuseppe Verdi: "Va, pensiero" | Gefangenenchor aus Nabucco | Noëmi Nadelmann Chor
 
Interview in der Zürichsee Zeitung:
Artikel Zürichsee Zeitung vom 4. Juni 2021
 
Fast vierzig Jahre im Pfarramt
Hannes Stalder vom Kirchenradio im Gespräch mit Pfarrerin Anne-Käthi Rüegg-Schweizer.
Bitte hier klicken für das Interview.
 
Wir sagen «vielen Dank»
Liebe Anne-Käthi,
Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.
(Michel Montaigne)

Wohl entgegen der Intention von Michel Montaigne lassen wir uns gerne verleiten, in Worte zu fassen, was uns anlässlich deiner Pensionierung bewegt.

Als bereits langjährige und renommierte Pfarrerin vom linken Zürichseeufer bist du 2001 zu uns nach Zollikon gekommen. Und schon sehr bald hast du deine eigenen Akzente zugunsten des kirchlichen Lebens deutlich gesetzt. Dabei haben wir deine geistliche Beweglichkeit sehr geschätzt.
Obwohl du in der Kirchgemeinde Richterswil vieles richtig gemacht hast, du hast deine berufliche Vergangenheit nie als Massstab für das neue Engagement in Zollikon genommen. Mit deinem guten Gespür für den Zeitgeist und mit deinem dir eigenen Mut, Neues zu wagen, hast du zusammen mit Kirchenpflege und Pfarrkolleginnen und -kollegen immer wieder, und zwar bis zuletzt, wesentliche Impulse in unserer Kirchgemeinde gesetzt.

Ob bei der Entwicklung der neuen Gottesdienstformate «Licht & Klang» und «Salz & Pfeffer», bei der Vision und Realisierung einer «sorgenden Gemeinschaft» im Café am Puls im Zollikerberg oder auch bei der Lancierung von «jazz&more», wo es für dich eine Selbstverständlichkeit darstellte, dich auch, verzeihe den Ausdruck, in deinem hohen Berufsalter auf neues Terrain zu begeben, du hinterlässt markante Spuren.

Das stimmige Zusammenspiel von Wort & Musik gehörte zu deinen grossen Leidenschaften und Kompetenzen. Zollikon als Kirchgemeinde hat davon enorm profitiert. Ein Grossteil der gottesdienstlichen Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren ist eindeutig dir zu verdanken. Und auch wenn du eine Führungspersönlichkeit darstellst, gerne und konsequent Verantwortung übernommen hast, nie ist es dir dabei um dich selbst gegangen, durch deine Arbeit wolltest du stets etwas von dem durchscheinen lassen, was dich zutiefst trägt und bewegt. Ebenso war dir die Einbindung von Freiwilligen sowie die Vernetzung mit andern wichtig, ob in der Ökumene, mit der Musikschule oder örtlichen Vereinen.

Ja, unzweifelhaft, wir verlieren mit dir eine Pfarrpersönlichkeit, die ihren Beruf integral versteht, die nicht auf Arbeitszeiterfassung pochte, sondern für Menschen mit ihren Anliegen und Nöten stets erreichbar war. Du hast echt viel gegeben, von dir, von deiner Expertise, von deiner Energie, oft auch zusammen mit deinem Mann, Stephan, dem an dieser Stelle ebenso ein grosser Dank gehört.
Sicherlich, wir hätten dir ein anderes letztes Jahr in Zollikon gewünscht. Noch ein letztes Mal das grosse Chorprojekt mit zwei Adventskonzerten, zweimal eine proppenvolle Kirche im Zollikerberg, am Heilig Abend und an Silvester. Nun ist es Pandemie bedingt anders gekommen. Und doch, auch noch in diesem wahrhaftig nicht immer lustigen letzten Jahr in Zollikon, in dem immer wieder Flexibilität und variables Denken gefragt waren, hast du uns noch einmal gezeigt, aus welchem Holz du geschnitzt bist. Du hast weder lamentiert, noch bist du innerlich und leise aus dem Zolliker Pfarramt emigriert. Ohne mit den Wimpern zu zucken hast du dich auf die für uns alle neuen online Gottesdienstformate eingelassen, eigentlich im Ausland geplante Seniorenferien hast du unkompliziert und kurzfristig ins Engadin verlegt, bei der Umsetzung des Café am Puls bist du bis zuletzt eine prägende Figur geblieben.

Das hat uns alle immer wieder schwer beeindruckt. So lassen wir uns an dieser Stelle gerne verleiten, dir einfach danke zu sagen für dein wahrlich nicht zu knappes Engagement, für manchmal deutliche Worte im Sinne der Sache, die für uns als Pfarrkollegen, Kirchenpflege und MitarbeiterInnen zuweilen nicht einfach zu nehmen waren, doch eindeutig weitergebracht haben, für deine Kunst, deine berufliche Tätigkeit in Zollikon, trotz gesundheitlicher Probleme, so überzeugend zu beenden.
Und liebe Anne-Käthi, wir gönnen dir von Herzen die nun auf dich und Stephan wartende «neue Zeit», ohne ständige Mails, Telefonate, Zoom-Sitzungen, ohne den Druck für den nächsten Gottesdienst. Wir wünschen dir und Stephan einen gesegneten Übergang in die für euch neue Epoche des Pensionierten Daseins, und vor allem viel Zeit für das viele, das in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist.
In grosser Dankbarkeit, im Namen der Kirchenpflege und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
 
Hanni Rüegg-Weilenmann und Simon Gebs

PS: Und selbstverständlich. Wir freuen uns sehr darauf, dich am Wochenende vom 5./6. Juni gebührend zu verabschieden.
Abschied Pfrn. Anne-Käthi Rüegg-Schweizer
08.06.2021
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Fotograf/-in
Stephan Rüegg-Schweizer