Geschichte

Täuferbrunnen im Gstad<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-zollikon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>61</div><div class='bid' style='display:none;'>123</div><div class='usr' style='display:none;'>109</div>Täuferbrunnen im Gstad
Kirche Zollikon Spieglung<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-zollikon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>61</div><div class='bid' style='display:none;'>2048</div><div class='usr' style='display:none;'>109</div>
Chor der Kirche Zollikon<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-zollikon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>61</div><div class='bid' style='display:none;'>145</div><div class='usr' style='display:none;'>109</div>Chor der Kirche Zollikon
Wenn ein Lunggesüüder den andern im Dorfbrunnen tauft

Von Zollikons besonderer Reformation

Im September 1523 werfen ein paar Männer das grosse Kruzifix in Stadelhofen um. Ihr Anführer ist der Salzkrämer und Schuhmacher Klaus Hottinger. Er wird verhaftet und für zwei Jahre des Landes verwiesen. Als er durch Baden wandert, erwischt ihn der dortige Landvogt und lässt ihn nach Luzern führen. Da wird er, weil er die Messe, die Heiligenbilder und die Anrufung der Heiligen verwirft, im März 1524 enthauptet. Klaus Hottinger ist der erste Eidgenosse, der wegen evangelischer Lehre das Leben lässt. Er stammt aus Zollikon, wo sein Bruder Jakob lebt und alsbald auch aktenkundig wird.
Im selben Herbst 1523 dringt nächtlicherweile eine Horde Burschen in die Zolliker Kirche ein. Sie holen den hölzernen Esel mit dem reitenden Christus heraus, der am Palmsonntag durchs Dorf gezogen wird, führen ihn das Gstaad hinab und werfen ihn in den See.
Am Pfingstsonntag im Jahr darauf räumen die Zolliker ihre Kirche aus; Altäre und Bilder werden zerschlagen. Im August wollen Heini Hottinger, Fridli Maurer und sein Bruder Stephan ihre Kinder nicht taufen lassen, bis diese den Glauben selber bekennen können. Anfang Januar 1525 wird der Taufstein gewaltsam aus der Kirche entfernt.
Darauf befiehlt der Rat von Zürich, alle ungetauften Kinder müssten innert acht Tagen getauft werden, und der Taufstein sei wieder aufzustellen. Mitte März kommt sogar Bürgermeister Heinrich Walder persönlich nach Zollikon, um die Leute zum Gehorsam gegen die Obrigkeit zu mahnen. Es nützt nicht viel. In den Häusern werden Erwachsene zum zweiten Mal getauft, einige sogar in den Dorfbrunnen. Jörg Schad, ein wiedergetaufter Zolliker Bauer, tauft an einem Sonntag über vierzig Personen hier in der Kirche.
Im Zürcher Rathaus finden Disputationen mit den Täufern statt. Zugleich werden die Repressalien verstärkt. Viele Zolliker sind eingesperrt und mit schweren Bussen belegt. Im Herbst 1525 geht der Täuferbewegung in Zollikon langsam der Schnauf aus; im Sommer des folgenden Jahres ist sie erloschen.
Sie war der besondere Beitrag Zollikons zur Reformation. Hier entstand die erste Täufergemeinde.

(Ausschnitt aus der Predigt zum Reformationssonntag 2003 von Pfr. Dr. U.Knellwolf)

Eine Broschüre zur Geschichte der Kirche Zollikon, wie auch der Kirche Zollikerberg ist im Sekretariat erhältlich.